26.06.2010, Oranienburger Generalanzeiger

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111 Jahre St. Johannes auf dem Berg

 
Ein großes Fest mit Gottesdienst feierten gestern Bewohner, Angestellte, Beschäftigte und Gäste auf dem Geländes der Caritas-Werkstatt St. Johannesberg in Oranienburg. Seit 111 Jahren wird an der Berliner Straße Nächstenliebe praktiziert: Behinderte Menschen bekommen die Chance, ein selbstbestimmtes Leben zu fahren. (Oranienburg)
 

Ein Eckpfeiler feiert


Oranienburger Behinderteneinrichtung St. Johannesberg wurde 111 Jahre alt

 
Von Stefanie Kreutzer

ORANIENBURG • „Das Glück kann so einfach sein", predigte der Berliner Domprobst Dr. Stefan Dybowski. Für die Gäste der Feier zum 111. Geburtstag des St. Johannesberges bestand es gestern aus bunten Windrädern, Sonnenschein und guter Laune.

Die Caritas-Werkstatt für behinderte Menschen an der Berliner Straße in Oranienburg war schön geschmückt, die fröhlichen Klänge der Musiker schallten über das Gelände. Kaum einen Platz im Schatten gab es noch, als der Domprobst zum Gottesdienst unter freiem Himmel einlud. Seit 1899 ist die Einrichtung in kirchlicher Hand. Zunächst kümmerten sich Dominikanerinnen dort um Waisenkinder, Säuglinge und tuberkulosekranke sowie geistig behinderte Kinder, bevor 1986 der erste weltliche Leiter im St. Johannesberg seinen Platz einnahm. Fünf Jahre später eröffnete die Caritas Werkstatt und Schule.

In seinem Grußwort sprach Oranienburgs Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke (SPD) von 111 Jahren praktizierter Lebenshilfe.  Für  die Stadt sei der St. Johannesberg eine wichtige soziale Einrichtung, deren Werte über all die Jahre Bestand hatten. Nicht anders sah es Detlef Kullmann, Fachbereichsleiter für Soziales des Landkreises Oberhavel: „Die Einrichtung ist nicht mehr wegzudenken. Sie ist ein Eckpfeiler der Betreuungsarbeit." Er lobte, dass Kinder zunächst die Förderschule besuchen können und später in die Arbeitswelt eingeführt werden, um ein selbstbestimmtes Leben zu führen.

Bevor auch der Werkstattleiter Christoph Lau zum lockeren Teil des Tages mit Sektempfang, Talkshow, Spielen, Basar, Oper und Konzert überging, zog er ein persönliches Fazit: „Die Arbeit im St. Johannesberg ist eine sehr erfüllende und herausfordernde - eine, die einen wachsen lässt."

So wünschte Hans-Joachim Laesicke dem St. Johannesberg, dass unsere Nachfahren auch den 222. Geburtstag der Einrichtung an einem so sonnigen Tag wie gestern feiern können.

Weitere Bilder unter: Die-Mark-Online